AVONTUUR Arrival – der nachhaltige Frachtsegler kehrt zurück

Beim SeeStadtFest in Bremerhaven vom 24. bis zum 27. Mai dabei

Hamburg/Elsfleth. Der erstmalig vollbeladene Frachtsegler AVONTUUR kehrt pünktlich zum Hamburger Hafengeburtstag am 10. Mai von seiner über fünfmonatigen Reise aus der Karibik zurück. Die 16-köpfige Crew besteht aus sieben offiziellen Besatzungsmitgliedern und neun Mitseglern. Am 6. Januar war die Mannschaft zu ihrer dritten Reise in Frankreich aufgebrochen und wird bei ihrer Ankunft in Deutschland 11.200 Seemeilen hinter sich gebracht haben. Vollbeladen mit nachhaltiger Ware können Interessierte ab Donnerstag die AVONTUUR beim Open-Ship im Hamburger Traditionsschiffhafen besichtigen, gesegelte Waren erwerben und an der Schiffsbar einen AVONTUUR-Rum kosten. Am Informationsstand kann jeder Besucher umfangreiche Eindrücke von der Timbercoast-Idee und den AVONTUUR Frachtsegelreisen gewinnen.

Unter den knapp 4.200 Containerschiffen, die jährlich im Hamburger Hafen ihre Fracht entladen, stellt die AVONTUUR als derzeit einziger deutscher Frachtsegler mit Produkten aus Übersee eine absolute Besonderheit dar. Viele mutige Unternehmen haben in diesem Jahr die AVONTUUR gewählt, um ihre fair gehandelten und biologisch angebauten Produkte wie Kaffee, Kakao und Kardamom klimafreundlich befördern zu können. Zusätzlich verschifft Timbercoast eigene Produkte wie Rum, Korn, Salz und Honig, deren Gewinne direkt in den Betrieb der AVONTUUR fließen.

Unter den 51.000 Hochseefrachtern weltweit setzt die allein durch Windkraft angetriebene AVONTUUR ein Zeichen für soziale und ökologische Nachhaltigkeit und gegen Umweltverschmutzung. Über 90% der globalen Fracht wird mit Schweröl betankten Containerschiffen transportiert. Auch wenn diese Warentransporte sehr effizient sind, da ein großes Containerschiff bis zu 20.000 vollbeladene Containereinheiten befördern kann, sehen sich Natur und Mensch einem hohen Ausstoß an Schadstoffen ausgesetzt. Die CO²-Emissionen des weltweiten Seefrachtverkehrs werden sich laut Prognosen bis 2050 mehr als verdreifachen, was den Klimawandel weiterhin begünstigt. Umweltschutzbestimmungen, die bereits im Frachtverkehr an Land greifen, gelten größtenteils auf See noch nicht. Timbercoast sieht sich deshalb als Teil einer nachhaltigen Bewegung, die auf diese Missstände aufmerksam machen möchte.

Zu Beginn der dritten Frachtsegelreise der AVONTUUR wurden in La Rochelle Fässer für das Unternehmen „TOWT“ beladen. Denn durch die schaukelnden Schiffsbewegungen während der Überfahrt wird der Rotwein, und auch der später geladene Rum, auf besondere Weise veredelt. Der Prozess der Veredelung wird zusätzlich durch die wechselnden Klimazonen begünstigt. Nach Zwischenstopp auf der kanarischen Insel La Palma, wo die ersten Rumfässer für Timbercoast ihren Platz auf dem Segelfrachter fanden, überquerte die AVONTUUR auf direktem Weg zur Insel Marie-Galante erfolgreich den Atlantik. Dort ging sie vor der karibischen Küste vor Anker. Die Crew musste deshalb kreativ werden, um den Rum, ohne die Möglichkeit an einem Steg anlegen zu können, dennoch aufs Schiff zu laden. Kurzerhand wurde aus den Fässern ein Floß gebaut, sodass die Entfernung vom Hafen zum weiter entfernt liegenden Segelfrachter überbrückt werden konnte. Von der karibischen Insel gelangte das Segelschiff nach La Ceiba in Honduras, um die nächste Warenfuhre einzuladen. Der im Nachbarland Nicaragua fair angebaute Kaffee für die Kaffeeröstereien „El Rojito“ und „Chavalo Café“ und der honduranische Kardamom für die Kräuter- und Gewürztees von weltweit bekannten Unternehmen „Yogi Tea“ wurden außerdem in den Frachtraum geladen. Aber auch der ebenfalls in Nicaragua biologisch hergestellte Kakao für den österreichischen Schokoladenproduzenten „Zotter“ wurde dort auf den Zweimaster gefrachtet.

Wenige Tage nach der Beladung in Honduras erreichte die AVONTUUR den Hafen von Puerto Morales, Mexiko. Für die Firma „New Dawn Traders“ wurde dort Mezcal, der als der wahre mexikanische Tequila gilt, zusätzlich zu dem in Mexiko fair angebauten Kaffee für die Initiative „Teikei Coffee“ im Laderaum verstaut. Über Havanna, Kuba, machte sich die AVONTUUR und ihre Crew auf den Heimweg, sodass sie Mitte April auf den Azoren im Hafen von Horta festmachen konnten.

Am 10. Mai wird der Zweimaster zum Hamburger Hafengeburtstag in die Hansestadt einlaufen. Die Löschung der Mehrheit der 70 Tonnen Ladung erfolgt nach dem Hafenfest am 14. Mai im Hamburger Hafenmuseum. Bevor die AVONTUUR in ihren Heimathafen in Elsfleth zurückkehrt, wird sie als letztes Ziel der Reise zum SeeStadtFest in Bremerhaven segeln und dort vom 24. bis zum 27. Mai festmachen.

Der 1920 in den Niederlanden als 44 Meter langes und knapp 6 Meter breites Frachtsegelschiff gebaute Gaffelschoner wurde später zeitweise zum Küstenmotorschiff umgerüstet und auch als Passagierschiff für Tagesausflüge genutzt. AVONTUUR-Kapitän und Gründer von Timbercoast, Cornelius Bockermann, erkannte in diesem Schiff die Möglichkeit, seinen Wunsch nach einem nachhaltigen, transparenten und ökologischen Transportweg verwirklichen zu können. Von Herbst 2014 bis Juli 2016 wurde die AVONTUUR dafür mit 160 Freiwilligen aus der ganzen Welt in der Elsflether Werft wieder zu einem Frachtsegler umgebaut. Seit 2016 transportiert die AVONTUUR Waren nachhaltig per Windkraft für das in Elsfleth ansässige Unternehmen Timbercoast GmbH.

Weitere Infos zur AVONTUUR finden Sie hier.

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