Nordseefeeling trifft Mittelmeerinsel
Hochsaison - Arbeiten, wenn andere Urlaub machen
Malte/Brake. Mein Name ist Benita Santjer und ich bin 19 Jahre alt. Ich mache eine Ausbildung zur Kauffrau für Tourismus und Freizeit bei der Touristikgemeinschaft Wesermarsch (TGW). Die TGW ist eine Abteilung der Wirtschaftsförderung Wesermarsch GmbH mit Sitz in Brake. Im Rahmen des zusätzlichen Bildungsangebots der BBS Wechloy wurde ich im ersten Ausbildungsjahr auf das Erasmus+ Programm aufmerksam gemacht. Das staatlich geförderte Programm ermöglicht es Schülern in einem anderen Land zu arbeiten, um durch die dortige Arbeit weitere Erkenntnisse im eigenen Beruf zu erfahren. Nach Absprache mit meinem Betrieb, wurde mir die Zusage für das 5-wöchige Auslandspraktikum gegeben, wofür ich sehr dankbar bin.
Europa macht´s möglich – Erasmus+-Programm
Alles begann damit, dass ich von meiner Berufsschule erfahren habe, dass die Chance besteht, ein Praktikum in einem anderen Land zu absolvieren. Ich und zwei Freunde aus meiner Klasse waren sofort von der für den Tourismus bekannten Insel Malta angetan und so fingen die Planungen für das Erasmus+ Programm an. Ein Interkulturelles Training fand statt, die Unterkunft und der Flug wurden gebucht und schon war es soweit und der Koffer konnte gepackt werden.
Am 16. August 2019 ging unser Flug nach Malta. Als wir aus dem Flugzeug ausstiegen, wurden wir von der Hitze erschlagen. Mit dem Taxi ging es dann weiter zu unserem Apartment, in dem wir zusammen mit zwei anderen Auslandspraktikanten zusammenlebten.
Am Montag fing mein erster Arbeitstag bei der „Malta Tourism Authority“ an. Zunächst traf ich mit meinem Chef in der Hauptstadt Valletta, wo er mir alle Details meiner Arbeit erklärte und mir die Hauptstadt und deren Sehenswürdigkeiten zeigte. In den darauffolgenden Tagen war ich in der Tourist-Information des Flughafens Malta eingesetzt. Die ersten Tage habe ich hauptsächlich zugeguckt und mir die Antworten der Mitarbeiter gemerkt. Nach und nach konnte ich dann selber den Touristen bei ihren Fragen helfen. Und wenn ich Fragen hatte, bat ich einfach meine Kollegen um Hilfe, die mir immer zur Seite standen. In den folgenden Wochen wurde ich dann in anderen Informationen eingesetzt, wie zum Bespiel in der Stadt Bugibba, Valletta und dem Kreuzfahrthafen. Mit dem Bus konnte ich leicht zu meinen Arbeitsplätzen der Tourist-Informationen kommen. Mit jedem Tag fiel es einem einfacher, die Fragen der Touristen zu beantworten. Die häufigsten Fragen betrafen Busverbindungen, welche Sehenswürdigkeiten man sehen muss oder wie man zu einem bestimmten Punkt kommt. Die kulturelle Vielfalt und auch der Verhaltensunterschied zwischen Ländern wie Frankreich, Spanien, Italien oder England haben mich immer wieder fasziniert.
Malta – eine Insel mit unzähligen Sehenswürdigkeiten
In den fünf Wochen hatten ich und meine Freunde genug Zeit, Land und Leute kennenzulernen. Und so ging es zum Beispiel zur Blue Grotto, zur Popeye Village, zum Fischerdorf Marsaxlokk, an verschiedene Strände und natürlich zu den wunderschönen Nachbarinseln Comino und Gozo. Überall ist man gut mit den Bussen des „Malta Public Transport“ hingekommen, auch wenn diese manchmal nicht ganz zuverlässig waren. Insgesamt hat Malta so viel zu bieten, sodass einem nie langweilig werden kann. Und trotz der fünf Wochen haben wir noch nicht alles gesehen, weshalb ich sicherlich nochmal nach Malta zurückkehren werde.
Alles in allem würde ich die Möglichkeit immer wieder nutzen, ein Praktikum in einem fremden Land zu machen. Nicht nur um sein Englisch zu verbessern, sondern auch selbstbewusster im Umgang mit Menschen zu werden und eine andere Kultur und Lebensweise kennenzulernen. Natürlich klappt nicht alles immer 100-prozentig, aber nur so lernt man auch schwierigen Situationen zu bewältigen. Auch meine Aufregung zu Anfang war völlig unbegründet, denn schlussendlich haben mich alle Kollegen gut aufgenommen und man kommt schnell in den Alltag des anderen Landes hinein. Und natürlich ist das wunderschöne warme Wetter auch ein ausschlaggebender Punkt auf der Insel zu arbeiten.