Ein Burnout ist kein Zufall und kann jeden treffen
Seit zehn Jahren bietet Erfolgreich am Markt ein Forum für Unternehmer
Berne. Menschen, die Dinge voranbringen und sich engagieren, die für ein Projekt, die eigene Firma oder den ganz eigenen Traum „brennen“, sind Unternehmer im besten Wortsinne, so heißt es. Mit Elan und Enthusiasmus werfen sie sich ins tägliche Hamsterrad und lassen sich nicht von ihrem Weg abbringen. Jedoch geht dieses Engagement oft zu Lasten der psychischen und körperlichen Verfassung. „Wir sind zwar stressresistent, aber dafür nicht auf Dauer gemacht“, weiß Thorsten Thews aus eigener Betroffenheit und hat gemeinsam mit Axel Berger dazu das Buch „Die brennenden Hamster: Eine (Geschäfts-)reise in den Burnout - und wieder hinaus!“ geschrieben. Ihr Vortrag bei „Erfolgreich am Markt“ vermittelte auf ungeschönt-humorige Weise: ein Burnout ist kein Zufall und kann jeden treffen.
Wie leicht es zur Überlastung kommen kann zeigt das Bild mit dem Frosch: Er sitzt im Topf mit warmen Wasser und glaubt jederzeit rausspringen zu können, wenn es zu heiß werden sollte. Doch durch die Tücke der Gewohnheit wird die ansteigende Hitze ignoriert bis das kochende Wasser Fakten geschaffen hat. „Das gefährliche ist der schleichende Prozess, Körper und Geist geben Überlastungssignale, aber man tut nichts“, so Axel Berger. Als Autor und Betreiber einer Medienagentur in Oldenburg haben permanente 12- bis 14-Stunden-Tage seine Wahrnehmung so beeinflusst, dass der eigentliche Ausnahmezustand als normal erlebt wurde.
Besonders belastend wirkt Dauerstress in Kombination mit Frustration über mangelnde Wertschätzung und zwar egal ob in der Rolle einer Führungskraft oder als Inhaber eines Unternehmens. Als Grund können es die vermeintlich unzuverlässigen Mitarbeiter sein oder die meckernden Kunden, die jeweils die eigene große Leistungsbereitschaft ignorieren.
Doch das Autorenduo machte in seinem launigen Vortrag deutlich, durch bewusstes Gegensteuern lässt sich der Stress vermindern und ein Burnout verhindern. Ganz wichtig: Kommunikation organisieren. „Multitasking funktioniert nicht, ein Mensch kann sich nur auf eine Sache konzentrieren“, so der Tipp von Thorsten Thews als erfahrener Coach. Nicht alles was dringend scheint, sei auch wirklich wichtig. Die reflexhafte Reaktion auf E-Mails und Telefon erzeuge eine permanente Störung durch Reizüberflutung. Hier müsse man gezielt handeln und Fremdsteuerung auflösen.
Methode Axel Berger: Trenne dich von deinem Arbeitsplatz. Gemeint ist damit tagsüber sowohl ein kleiner Spaziergang mit dem Bürohund oder auch mal den Arbeitsort wechseln. Und zudem: Mache nur das, was wirklich Freude macht. „Denn nur was man gut kann, das kann man auch unter Belastung aushalten“, so Berger. Und Thews ergänzt: „Anforde-rungen und Fähigkeiten sollten im Einklang sein. Stehen Sie zu Ihren Schwächen“, ermunterte der Berater.