IKEA Backstage - So funktioniert die Logistik
Erfolgreich am Markt war zu Gast beim Standort in Oldenburg
Oldenburg. Pax, Billy, Malm und über 11.000 weitere Artikel findet der Kunde im Angebot bei IKEA. Wie die Logistik hinter diesem großen Sortiment funktioniert, konnten rund 90 Gäste bei der diesjährigen Exkursion im Rahmen der Veranstaltungsreihe Erfolgreich am Markt der Wirtschaftsförderung Wesermarsch kennenlernen.
Von den 53 IKEA-Häusern in Deutschland zählt der Standort in Oldenburg, 2007 eröffnet, nach wie vor mit zu den größten. In 2017 wurden über 1,7 Millionen Kunden gezählt. Die Waren werden in rund 100 Ländern der Welt hergestellt und zu 60% direkt von den Lieferanten an die Zentralläger geliefert. Einen eigenen Fuhrpark betreibt das Einrichtungsunternehmen nicht, die Läger werden über Logistikunternehmen, wie zum Beispiel die BLG aus Bremen, bewirtschaftet. „Mit 1.430 LKW im Jahr ergibt das eine Fahrzeugschlang zwischen Oldenburg und Brake“, zeigte Marko Sulenski, Logistikleiter, die Größenordnung am Standort Oldenburg auf. Um 95.000 Paletten, mit rund 78.000 Kubikmeter Volumen Ware im Jahr kümmern sich die 65 Mitarbeiter ab der Frühschicht um 4 Uhr morgens, damit die Nachfrage der Kunden befriedigt wird. „Innerhalb von vier Wochen ist der Warenbestand einmal umgeschlagen“, erläuterte Grit Heger, Personalleiterin, die Dimensionen beim Rundgang durch das Lager.
Und weil bei Logistik ohne Verpackung gar nichts läuft, hat saubere Mülltrennung eine große Bedeutung in den Prozessen. Großformatige Schilder geben den Mitarbeitern dazu klare Anweisungen. Einen Beitrag zur Müllvermeidung sind die recycelbaren Paletten aus Pappe, die die üblichen Holzpaletten weitgehend verzichtbar machen. Die Antwort auf das Internet als Wettbewerber für den stationären Handel liefert IKEA mit dem Ausbau seines eigenen Onlinehandels. Aber Storemanager Lars Fritsch, seit 22 Jahren im Unternehmen, ist sich sicher: „Es wird den stationären Handel immer geben, aber die Geschäfte werden in zehn Jahren sicherlich anders aussehen, als heute.“
Mit 330 Mitarbeitern, aktuell 12 Auszubildenden, setzt das Unternehmen fast ausschließlich auf eigenes Personal. Der Restaurantbetrieb wird in Eigenregie geführt und so können Mitarbeiter bei internen Bewerbungen auch vom Verkauf zum Job in der Kantine wechseln. „Achtzig Prozent aller Führungskräfte stammen aus der eigenen Belegschaft“, erläuterte Grit Heger, seit 30 Jahren im Unternehmen, die Personalpolitik bei IKEA. Im Bereich der „Fundgrube“, wo die Kunden nach Schnäppchen schauen können, arbeitet man in Oldenburg mit den Gemeinnützigen Werkstätten zusammen. Umgetauschte Ware sowie wiederverwertbares aus der Ausstellungsfläche wird hier durch Menschen mit Behinderungen für den Verkauf zu günstigen Preisen hergerichtet.
Sitzt die Design- und Produktentwicklung von IKEA nach wie vor in Älmhult/ Schweden, schreitet die Expansion der Häuser des multinationalen Konzerns weiter voran. Demnächst darf sich Indien über sein erstes Einrichtungshaus freuen. Dort leben eine Milliarde Menschen. Entdecke die Möglichkeiten!