Optimale Standortbedingungen für Wasserstoff im Landkreis
Brake/Hannover. „Die Wesermarsch bietet die optimalen Standortbedingungen für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft“, teilten Landrat Thomas Brückmann und der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Wesermarsch GmbH Nils Siemen zu Gesprächsbeginn mit. Als Beispiele führten sie das Vorhandensein von ausreichend Strom aus erneuerbaren Energien für die Wasserstoffproduktion, die Speichermöglichkeiten in den 17 vorhandenen Kavernen und zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten in der Industrie, Hafenwirtschaft und Logistik an.
Wesermarsch als Wasserstoff-Hub der Energiewende platzieren
Im Zentrum der Planung steht die Einrichtung des Energiewendedrehkreuzes Landkreis Wesermarsch. „Hierbei handelt es sich um einen so genannten Wasserstoff-Hub. Ein Ort an dem z. B. aus Windstrom mittels eines Elektrolyseurs grüner Wasserstoff produziert, gespeichert und den Nutzern zugeführt wird“, erklärte Prof. Dr. Carsten Fichter von der Hochschule Bremerhaven und Inhaber des Beratungsunternehmens EnergieSynergie aus Ovelgönne, der zwei potenzielle Standorte in der Wesermarsch vorstellte. Da die Errichtung eines solchen Elektrolyseurs mit hohen Kosten verbunden ist, setzen die Wesermärschler auf Unterstützung aus Hannover.
Wesermarsch-Idee stößt auf Zustimmung bei Landtagsabgeordnete
Die vorgestellten Projekte stießen auf parteiübergreifende Zustimmung der anwesenden Landtagsabgeordneten. Minister Lies zeigte sich von der Qualität der vorgestellten Maßnahmen beeindruckt: „Das Vorhaben kann als Modell auch für andere Regionen herangezogen werden.“ Wichtig sei hierbei die überregionale Vernetzung der Aktivitäten mit den Nachbarregionen. „Schließlich ist der ,Kuchen‘ groß genug für alle.“ Lies sicherte den Teilnehmern die Unterstützung des Vorhabens durch sein Ministerium zu, das die Federführung für Energieprojekte innehat.
Huntorf könnte Standort für Elektrolyseur werden
Minister Thümler will das Vorhaben ebenfalls unterstützen und benannte auch schon einen möglichen Standort für den Elektrolyseur: „Huntorf bietet sich aufgrund der dort vorhandenen Kavernen an. Zudem befinden sich Nutzer des Wasserstoffs in der Nachbarschaft.“ Dabei verwies er auf das Projekt „H2BrakeCO2“ der Stadt Brake, in dessen Rahmen der Braker Hafen durch den Einsatz von Wasserstoff CO2-neutral ausgerichtet werden soll.
Wasserstoff - Stadt Brake denkt über Nutzfahrzeug für Straßenreinigung nach
Bürgermeister Michael Kurz war ebenfalls mit nach Hannover gereist und berichtete von konkreten Plänen für den Aufbau einer Wasserstoff/LNG-Tankstelle am Braker Hafen. Hierdurch soll auch der künftige Wasserstoffbedarf eines Großabnehmers gesichert werden. „Zusätzlich denken wir über die Anschaffung eines Wasserstoff-Straßenreinigungsfahrzeugs nach, sofern es hierfür eine Förderung gibt“, so Kurz. Lies teilte dazu mit, dass ein solches Förderprogramm kurz vor der Verabschiedung stehe.
Die Landtagsabgeordnete Karin Logemann, die auf Bitten der Wesermärschler den Termin in Hannover organisiert hatte, begründete ihre Unterstützung so: „Wasserstoff bietet nicht nur die Chance die gesetzten Klimaziele zu erreichen, sondern darüber hinaus auch das Potenzial für neue Arbeitsplätze. Der Nordwesten im Allgemeinen und die Wesermarsch im Besonderen sind als Energiedrehscheibe prädestiniert.“
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v.l. Nils Siemen (Wirtschaftsförderung Wesermarsch), Prof. Carsten Fichter (EnergieSynergie), Minister Olaf Lies, Karin Logemann (MdL), Landrat Thomas Brückmann (Landkreis Wesermarsch), Dragos Pancescu (MdL), Horst Kortlang (MdL), Minister Björn Thümler, Michael Kurz (Stadt Brake)